Pinnwand

Im Laufe der Zeit werde ich hier einige Texte veröffentlichen.       

Dinge, die mir während meines Aufenthaltes auffallen. Dinge, über die ich mir so Gedanken mache.                                                                

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

 

21. Januar 2013

Weihnachtsgeschichte - Teil II


Dezember 2012 – Ein paar Tage vor Weihnachten


Tincho ist 13 Jahre alt. Eher ein stiller Junge, er hat etwas Gutmütiges an sich. Auf dem campamento Anfang Dezember hat er sich das Handgelenk gebrochen. Er muss operiert werden, nachmittags am 24. Dezember und danach wohl noch im Krankenhaus bleiben. Nur kann er nicht alleine da bleiben und es ist schwierig für La Paloma jemanden zu finden, der bereit ist Heiligabend zu arbeiten. Als ich Ka und Resa davon erzähle, sagt Ka sofort, dass sie es machen wird.


  
25. Dezember -  früher Abend – etwa 43°C


Ich komme von Anas Familie zurück, die mich für die beiden Feiertage eingeladen hatten. Ka ist schon wieder zu Hause, Resa ist noch mit ihrer Familie unterwegs. Ka erzählt mir von ihrem Heiligen Abend: da waren die Palomeros, die sich alle so lieb gekümmert hätten, das Krankenhaus – das  nicht wirklich steril wirkte. Sie spricht von Hunden, die in den Gängen herumlaufen würden, die Bettwäsche müsse man von zu Hause mitbringen und einen Notschaltknopf für eine Krankenschwester gebe es an den Betten nicht. Die Ärztin und die Menschen alle, die seien ja total nett, aber so ein Krankenhaus habe sie in Argentinien nicht erwartet. Und Tincho? Er war echt in Ordnung, er sei halt erst einmal ein bisschen benommen gewesen nach der OP und so. Mitternacht habe er dann auch sein Geschenk aufmachen können, dass die educadores für ihn besorgt hatten und er hätte torta bekommen, und „mein Gott, das war ja heiß, was? Also in den Zimmern gab es zum Glück Klimaanlage aber auf den Gängen…!“

 

 

 9. Januar 2013

Weihnachten – TEIL  I

 

Stille Nacht, heilige Nacht – „!?Cata, willst du die nächste Rakete anzünden!?“

Manchmal kitzelt es etwas, wie die Schweißperlen im Gesicht oder an den Beinen herunterlaufen.  Etwas zu trinken - warum habe ich mir bloß keine Flasche Wasser eingesteckt? Sehnsüchtig starre ich zum Kiosk hinüber, eine Cola wäre jetzt gut. Aber wenn ich jetzt dahin gehe, dann kommt der cole.
Also warten und hoffen,  dass ich im Bus einen Fensterplatz ergattere und mir der Fahrtwind etwas Erfrischung verschafft. Es ist Heiligabend 2012, ca. 18.00 Uhr.

Zusammen mit der Familie von Ana gehe ich um kurz vor 20.00 Uhr zur Kirche, in die Weihnachtsmesse, auf katholisch versteht sich. Am Abendmahl darf ich nicht teilnehmen, ich bin ja nicht kommuniert. In die riesige Kirche eingetreten suchen wir uns einen der begehrten Plätze an einem Ventilator. Ich beobachte einige Frauen dabei, wie sie sich mit Fächern etwas Luft verschaffen und bemitleide die Priester in ihren warmen …
Es wird gesungen und gebetet, ein Gottesdienst wie man ihn eben kennt, aber modern, mit einer Diashow der Bilder aus dem Gemeindeleben des letzten Jahres, viel Jugendarbeit stelle ich fest. Von der Predigt verstehe ich leider nicht so wahnsinnig viel, ich kann mich bei der Hitze einfach nicht konzentrieren. Marcello versucht mir das Vaterunser auf castellano beizubringen. Die Lieder sind schön, aber mir fehlt „Es ist für uns eine Zeit angekommen“, Oh, du fröhliche“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“. Draußen vor der Kirche stellt mich Ana noch den Priestern vor: Das ist Cata aus Deutschland, sie macht einen Freiwilligendienst.“ „Herzlich Willkommen!“

Irgendwann zwischen 22. 00 Uhr und 23. 00 Uhr: Wir beginnen zu essen, leichte Kost und trotzdem, viel herunter bekomme ich nicht, aber die Familie möchte, dass ich alles probiere: die Tarta, die Melone mit Schinken, den Waldorfsalat, das Hühnchen, die eingelegten Birnen und ich muss natürlich Bier trinken, ich bin ja deutsch. Als der Nachtisch aufgetischt wird, schlägt es 12. Mit lautem „Feliz Navidad“  wird auf die heilige Nacht angestoßen und draußen gehen die ersten Raketen hoch.
Ganz wie nebenbei, werden die Geschenke verteilt.
Wir gehen auch hinaus, setzen uns in Liegestühle, trinken Mate und sehen dem Feuerwerk zu. Die jugendlichen Kinder lassen Böller und anderes Feuerwerk hochgehen und die erwachsenen Männer auch. Dauernd versuche ich mir in Erinnerung zu rufen, dass das nicht Sylvester ist, was wir hier gerade feiern. Und dann werde ich gefragt: „Cata, willst du die nächste anzünden?“ „Ja, klar…mache ich…“

Ich bleibe die Nacht – oder das, was von ihr übrig ist – bei der Familie von Ana. Sie haben mich eingeladen mit zum anderen Teil der Familie zu kommen, am nächsten Tag. Und dann ist es ja viel praktischer, wenn ich gleich da bleibe. „Feiermarathon - Weihnachten“, die ganze Familie abhaken, das kenne ich doch von Deutschland.

Ob ich überhaupt das Gefühl hatte Weihnachten zu feiern? Bei der Hitze, dem Lärm und dem fehlenden „Oh du Fröhliche“ in der Kirche? Weihnachten war mein bisher heißester Tag in Argentinien.
Ich weiß nicht, irgendwie schon. Es war anders. Es hat sehr viel gefehlt – und doch – Weihnachten ist mehr als nur diese Gewohnheiten, die ich von Deutschland kenne.
Zum Beispiel, dass ich von Menschen eingeladen war, mit ihnen dieses Fest zu verbringen, obwohl man sich doch eigentlich gar nicht so nahe steht, so Familiennähe ähnlich.
Das wohl schönste Geschenk, das man mir machen konnte.

 

29. Oktober 2012

 El Fútbol Callejero 

Fussball ohne Verlierer und mit vielen Gewinnern

 

9. Oktober

Tecnópolis

Die Geschichte einer Bildungsreise

 

8. September 2012

Paula

Eine Erfahrung mit einem Kind aus La Paloma: Was heißt "Nein"?


25. August 2012

Ich bin's. Die neue Freiwillige.

Mein erster Besuch in La Paloma. Dem Projekt, in dem ich nun für ein Jahr arbeite.

 

18. August 2012

ESMA - Das leere Haus

Von einem Besuch in dem größten Folterzentrum Argentiniens während seiner Militärdiktatur


9. August 2012

Arcángel Gabriel und seine Nachbarn

Ein Spaziergang durch Los Polverines - Einem barrio, in dem sozial benachteiligte Familien leben.

 

Juli 2012

Ein bisschen Poesie

Dieser Text wurde ursprünglich für unseren Entsendegottesdienst von Ellen Rehder, Jonas Witthoeft und mir erdacht und von mir verfasst.

 

* die Namen mit Sternchen habe ich aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen geändert.

13 Kommentare:

  1. Liebe Catharina,
    durch den Hinweis Deines Opas, wurde ich aufmerksam auf Deinen Block.
    Ich bin der etwas jüngere Bruder Gerhard (72) des h.eser.
    Warum wollen ausgerechnet zwei solch ältere Herren auf Deinen Block?
    Weil wir Deinen Opa als einen sehr lieben und netten Heimatfreund
    Kennen gelernt haben .Mit Ihm verbindet uns eine enge Freundschaft
    die sich entwickelt hat. Dein PDF Reisebericht vom Besuch in Bad Landeck
    ist jetzt auf der e-ladeck.eu Seite eingebunden. Und der ist sehr gut!
    Nun wollen wir viel Wissen über Argentinien. Ich wünsche schon jetzt
    Eine Gute Reise in dieses ferne Fremde Land. Bewundernswert ist Dein
    Mut allemal, das beweist auch Dein Luftsprung auf Deinem Bild!
    Merienda- bitte behalte es bei, dieses erklärende Übersetzen!
    Das gefällt mir.
    Bay der G.

    AntwortenLöschen
  2. Vielen Dank für die lieben Grüße von den Gebrüdern Eser!
    Ich werde mir Mühe geben nicht irgendein Wort, dass mir selbstverständlich scheint, unübersetzt zu lassen...
    Und auch vielen Dank für das Kompliment mit dem Text...mir macht so was einfach Spaß, da geht mir da irgendwie recht leicht von der Hand...=)

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Catharina,
    der ursprüngliche Entsendegottesdiensttext ist euch wirklich sehr gut gelungen, hätte tatsächlich gut dahin gepasst - aber auch an dieser Stelle wirkt er hervorragend - ich werde bestimmt oft durchs Schlüsselloch sehen - aber vorerst machen wir uns eine schöne letzte Woche :-)
    Mama xxx

    AntwortenLöschen
  4. Gerhard

    Liebe Catharina, nun ist es geschafft.
    Jetzt hast du all Deine
    Ängste und Befürchtungen über dem Atlantik
    abgelegt. Du bist angekommen, und offen für alles.
    Es stürmt auf Dich ein, Du versuchst Dich zu orientieren.
    Mögest Du Dich bald Zurechtfinden.
    Du wirst Deinen Weg gehen, da bin ich mir sicher!
    Alles Gute für die kommende Zeit. Habe auch die Lyrik
    Gelesen.
    Liebe Grüße bay der G.

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Catharina
    Über diese Adresse hab ich eine e Mail bekommen; mit dem Inhalt „Tag der Kinder“
    noreply+feedproxy@google.com; im Auftrag von; Unterwegs en la Argentina [noreply@blogger.com]
    Ich hatte mich wohl im Verteiler angemeldet!
    Nun sagt mir aber Dein Opa über diese Adresse ist keine Rückantwort an Dich möglich!
    Gibt es da auch einen anderen Weg?
    Natürlich bin ich noch ständig auf Deiner Seite, hab schon verschiedenes ausgedruckt.
    Der Inhalt des Ordners füllt sich. Ich bin schon sehr beeindruckt von Deinen Schilderungen!
    Nun hast Du ja auch schon mit Deiner eigentlichen Aufgabe, die Beschäftigung mit den Kindern begonnen. Das wird Dich voll ausfüllen!
    Viele liebe Grüße
    bay der Gerhard

    AntwortenLöschen
  6. !Hola!
    Also eigentlich habe ich gestern eine Mail an Sie und Ihren Bruder geschickt. Haben Sie die nicht bekommen?
    Wenn ja, dann können Sie ja meine E-Mail benutzen um mich zu kontaktieren. Oder Sie fragen meinen Opa nach meiner Adresse.
    Freut mich, dass es Ihnen so gefällt!

    AntwortenLöschen
  7. Hans Joachim und Gerda Rippien10. September 2012 um 13:13

    Hallo Catharina!
    Wir sind Gerda und Hans. Sicher hast Du von Deinem Opa schon von uns gehört. Hans ist auch gebürtiger Landecker vom "Haus Schlesien". Deinen Bericht über die Landecker Reise haben wir mit Interesse gelesen, finden wir ganz prima! Den Satz "Opa erzählt und erzählt" fanden wir besonders lustig.
    Deine Reiseberichte aus Argentinien lesen wir ebenfalls mit großem Interesse. Wir sind ziemlich beeindruckt über Deine Berichte, sie sind ja schon richtig profimäßig. Also, mach weiter so, wir freuen uns schon darauf!
    Herzliche Grüsse von
    Gerda und Hans Rippien,
    Rodenberg, 10.09.2012

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Rippiens!
    !Che!...Jetzt habe ich ja schon den halben "Landeck-Club" als Leser. Das freut mich sehr! Und auch schön dass mein Text über Landeck so gut angekommen ist, das war mir ziemlich wichtig...=)
    Jedenfalls danke, vielen, vielen Dank für die lieben Grüße aus Rodenberg...
    Besos
    Cata

    AntwortenLöschen
  9. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  10. Oh Cata :) Wie schön, von den chicos zu lesen!! Tausend Küsse an Pablo, Kel, Nico und Mica!! ganz doll an Mica! und natürlich an Eve! und die ganzen anderen Palomer@s.
    Hach, wenn ich so von deinem Leben dort lese werde ich schon ein bisschen wehmütig. Que lo disfrutes!! Cada minuto, cada dia q estas alla :)

    AntwortenLöschen
  11. Hans Joachim Rippien27. Oktober 2012 um 13:10

    Hallo Catharina! Ein paar Grüsse aus der Heimat schicken Dir die Rippiens. Wir hoffen, dass sich Dein Heimweh in Grenzen hält und sich die Wohnsituation wieder verbessert hat.

    Viele Grüsse schicken Dir die alten Landecker "Rippien".

    AntwortenLöschen
  12. Hallo, meine liebe Catha,
    habe Dich eben durch Zufall im Netz gefunden. Freu, freu, freu,... Ach, was habe ich für viele Fragen an Dich. Werde mir die Tage Deinen Blog mal in Ruhe durchlesen und da werde ich sicher ne Menge Antworten schon finden.
    Letzte Woche hat die Kindergruppe einen Postkarte von Annika bekommen. Die ist in Austalien gestrandet. Und die Kiddies fragten gleich nach Dir.
    So. Nun werde ich nächsten Montag Deinen Blog den Kindern zeigen. Die werden sich freuen.
    Ach, wie ich die weite Welt im web doch liebe.
    Fühl Dich ganz doll umarmt.
    Herzliche Grüße
    Angela

    AntwortenLöschen