Montag, 29. Oktober 2012

Straßenfußball: El fútbol callejero

Heute möchte ich euch von einem Wettbewerb ohne Sieger und Verlierer erzählen, von Mosquitos und einer eingeworfener Fensterscheibe. Klick: hier.
Wer nur was zum anschauen möchte, einen Klick hier. 
Und sonst so? Alles läuft gut und ich bin glücklich.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Im Hotel von Transilvanien

Eve und ich fordern die Vorstellungskraft der chiquis heraus. Denn morgen macht das Centro de Día einen Ausflug ins Kino. Der Film, der angeschaut wird: Hotel Transilvania. Die Kinder bekommen Bilder von den Charakteren und sollen ihnen Objekte zuordnen. Zu wem passen der Schnuller und die Windel? Wer wird wohl Geburtstag haben? Wer hat einen Rucksack? Und wer ist Sänger, braucht also das Mikrofon? Die chiquis schneiden und kleben eifrig ihre Vorstellungen zusammen. Dabei wird gelacht. Der Werwolf die Windel? Oder doch eher Mavis? Und die Geburtstagstorte? Vielleicht Dracula?
Im Kinosaal von liks nach rechts: Mayra, Cande, Mica, Nico
Zum Film kommen wir fast zu spät. Zum Glück wurden die Tickets bereits gekauft - bezuschusst. Gerade noch rechtzeitig betreten wir den Kinosaal. Die chiquis sind aufgeregt und es dauert eine Weile bis sie alle in den richtigen Kinoreihen sitzen. Einigen Besuchern dauert das zu lange: "Was für ein Chaos, wir setzen uns woanders hin!" Schade aber auch. Irgendwann während des Filmes kriegen sie einen Lolli und zum Schluss sind alle ganz begeistert von Mavis, die ihren 118. Geburtstag feiert und von Johnny, der sich in sie verliebt, vom Werwolf mit den 40 Kindern, von Frankenstein und von der singenden Mumie. Und ganz bestimmt auch von Dracula, der so ein wundervoll liebender Vater für Mavis ist.

Samstag, 20. Oktober 2012

Cristina und ein Kiosk in Morón


Cristina Fernández de Kirchner (Foto von Wikipedia)


 -„!Hola, 5 Bon o Bones, por favor!“
Die Frau versteht mich zuerst nicht. Das Ganze nach 2 Monaten leben als Ausländerin schon gewohnt, wiederhole ich meine Bitte nochmal.
-„Ah, ja, Entschuldigung. Ja.“ Sie holt die Bon o Bones und fragt dann: „Bist du Brasilianerin?“
-„Wie bitte?“
-„Bist du aus Brasilien?“
- „Nein. Ich komme aus Deutschland.“
-„Studierst du hier?“
-„Nein, ich arbeite in einem sozialen Projekt.“  
Sie holt sich hinten im Kiosk bei einem Mann das Wechselgeld. Der sagt irgendwas.
-„Er möchte wissen, was du von unserer Präsidentin hältst. Weil du ja aus Deutschland bist.“ Hm.
-„Halt einfach nur den Daumen nach oben oder unten.“
Ich halte den Daumen vorsichtig nach unten. Und die beiden freuen sich. Sagen, sie hätten sich das nur gefragt, weil ich ja in einem sozialen Projekt arbeite und so. Sie erzählen mir von einem Protest, den sie machen wollen. Irgendwann im November. Und sie fragen, ob ich von der Kirchner denn meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland erzähle.
„Ja.“ Sage ich. „Ja, das tue ich.“ Wir wünschen uns gegenseitig noch einen schönen Tag, ich nehme die 5 Bon-o-Bons und gehe.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Der Siebzehnte Oktober

Hier in Argentinien, gibt es die Argentinier und die illegalen Immigranten aus Paraguay. Oder auch verschleppte Frauen aus Bolivien. Und hier gibt es Pesos. Als ich ankam in Argentinien lag der Wechselkurs für 1 Euro bei 5,80$. Jetzt bei 6,16$. Die Bankautomaten sind oft einfach leer. Und die Schulen, an denen die Argentinier eine wirklich gute Bildung erhalten, das sind Privatschulen. An den staatlichen Schulen fällt manchmal der Unterricht aus, weil keiner Lust hat. Die Schüler nicht und die Lehrer nicht. Das Projekt von meinen Mitbewohnerinnen ist seit Montag geschlossen. Es gibt kein Geld mehr von der Regierung, weil es nicht unter der "Kirchnerflagge" läuft. In Argentinien kommen wir nach dem Feiern erst wieder nach Hause, wenn es hell wird und das Geld trage ich ab 50$ aufwärts sowieso im BH. Und wenn was passiert? Nicht wenige Argentinier meinten zu uns, sie würden die Polizei nicht rufen. „Die könnten ja mit drinnen stecken, so wie die Drogenfahnder Kohle haben.“ Und die argentinische Regierung, die möchte das Grundgesetz ändern, damit sie wieder gewählt werden kann. 

Ach und heute ist übrigens der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut. Was das jetzt genau heißt? Das weiß ich nicht.

Samstag, 13. Oktober 2012

34h-Trip und Tecnópolis

Es sind viele Dinge passiert hier bei mir in den letzten Wochen...
Für die Menschen mit Reisefieber, ein Klick hier.
Und für alle, die ein bisschen mehr von einem Park lesen wollen, in dem es um die Bildung des Volkes geht: um Gokartfahren mit dem Innenministerium, um vom Kinderkanal des Staatsfernsehens betreute Spielplätze, ein Klick hier.

Montag, 8. Oktober 2012

Ein Zuhause in Amerika


Morón ist wie eine Stadt. Wir kriegen hier alles. Und wenn nicht, dann fahren wir nach Capital. Kommen wir aus der Haustür, stehen wir mitten im Zentrum. Zwei cuadras von dem tren. 5-Minuten-Fußweg zum Supermarkt, zur verduleria, queseria. Alles, was man so braucht zum Leben.
Blick auf Morón von unserem Balkon - durch das Sicherheitsgitter hindurch fotografiert, manchmal fühlen wir uns wie im Vogelkäfig                        
Heute ist Feiertag. Die Supermärkte sind geöffnet. Supermärkte sind 7 Tage die Woche geöffnet. An drei Tagen im Jahr sind sie geschlossen: am Nationalfeiertag, dem 25. Mai, den 25. Dezember und Neujahr. 
Die Entdeckung Amerikas. Meine Gasschwester sagte mir einmal, wie nervig es ist, wenn die Menschen anstatt USA „Amerika“ sagen: Wenn Amerika das Synonym für die USA ist. "Wir sind auch Amerika!", sagte sie lachend und etwas empört. 
Nun ist Amerika ein richtiges Zuhause für uns. Und Morón ist unser Zuhause. Und jetzt haben wir auch Internet.