Es sind viele Dinge passiert hier bei mir in den letzten Wochen...
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Samstag, 13. Oktober 2012
Donnerstag, 6. September 2012
Bumm - Bumm
Ein Gespräch mit Eve beim Aufräumen: Draußen spielen ein educador und ein paar jóvencitos auf der bombo. Bumm – bumm – bumm - … .
„Das ist
Murga.“ Sagt Eve. „Kennst du das?“ „Ja, kenne ich schon. Wir hatten einen
Workshop während der capacitación.“ „Habt ihr getanzt?“ „Ja.“ Ich lache. „Das
war ziemlich lustig…“ Der Rhythmus der bombo vibriert in meinem Bauch.
„Habt ihr auch über die Geschichte gesprochen?“ „Ja“. Und
ich denke an die Sklaven: „Für mich ist das total interessant: In
Europa denken alle Menschen: Argentinien – Tanz: Tango. Aber keiner kennt
Murga. Und hier gibt es so viel Murga. Bisher habe ich so gut wie keinen Tango
gesehen. Nur in La Boca. Als sie für die Touristen getanzt haben.“
„Ja. Murga wird viel in den barrios getanzt.“ Von den "einfachen" Leuten.
Und ganz viel von der Unterschicht.
Und ganz viel von der Unterschicht.
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Mittwoch, 29. August 2012
Auf nach La Paloma!
10.00 Uhr. Über die Bahngleise. 1, 2 cuadras. Rechts. 1
cuadra. Auf den Bus warten. Er kommt: 343. Ich strecke den Arm aus. Quiiietsch.
Er hält. Ich steige ein, sage: „Liniers“ zum Fahrer. Halte meine sube an den kleinen Kartenleser.
Piiiiep.
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| Einer der vielen colectivos in Buenos Aires |
Ich stolpere durch den Bus. Der colectivo holpert los und ich falle hinten
auf einen Sitz. Es geht durch Lourdes, San Martin und weiter. Bald
muss ich aussteigen. Ich schaue durchs Fenster. Alles sieht gleich aus. Wo sind
die Bahnschienen? Gehupe. Slalomfahren. Plötzlich: Schienen. „!?Permiso!?“ Ich
drängele zur Tür, versuche dabei das Gleichgewicht zu halten. Drücke auf den
Halteknopf. Die Türen öffnen sich. Der Bus hält. Ich springe hinaus. Nun die Gleise
überqueren. Nicht über die Schienen stolpern. Haltestelle suchen. Da! Der
Laternenpfahl. Ein Zettel klebt drauf: 172. Warten. 172 kommt. Der über Barrio Marina? Ja. Ich halte meinen Arm hinaus. Steige ein. „Aribeños.“ Sage
ich. „!?Aribeños!?“ Murmelt der Fahrer. Egal. Ich halte die sube an den Kartenleser. Der
colectivo holpert durch Ciudadela. Holpert hinaus. Wir biegen auf die Avenida Camino
de Cintura. Ich drücke auf den Halteknopf. Die Türen gehen auf. Der Bus hält.
Ich springe hinaus. Und stehe am Straßenrand. Etwa 15m breit. Sand. Ich warte
bis keine Autos mehr kommen und schaffe es zunächst bis zum Mittelstreifen.
Dann ganz hinüber. 2 Minuten Fußweg und ich bin in La Paloma.
Sonntag, 26. August 2012
Tag der Kinder
Heute ist ein besonderer Tag. Heute wird Der Tag des
Kindes gefeiert: Día del Niño.
| Ein Graffiti in La Paloma: "Es ist erlaubt, Spaß zu haben." |
Die Mütter bereiten Spiele vor. Jedes Kind
bekommt einen bunten Punkt auf die Hand gemalt. Es gibt die schwarzen, die blauen,
die grünen und die roten. Ich begleite zusammen mit Eve die roten. Mit den
Kindern gehen wir zu den Spielstationen. Einfache Spiele, die sehr viel Spaß
bringen. Eine Strumpfhose auf den Kopf. In der Strumpfhose steckt ein Ball und
damit dann Flaschen umwerfen. Kleine Bälle in Plastikbecher hineinwerfen. Eine
Spaghetti in den Mund stecken und kleine Nudeln ohne Hilfe der Hände
raufstecken. Und zum Schluss: Tanzen. Welche Gruppe tanzt am besten, am kreativsten.
Punkte werden vergeben.
Am Ende gibt es keine Sieger und keine Verlierer. Die Kinder bekommen kleine Geschenke. Am
Ende werde ich noch einmal in der großen Runde vorgestellt. Ich bin's. Die neue Freiwillige. „?Bailar?“ Tanzen?
Werde ich gefragt. Alleine?! Denke ich. „Sí...“
Die Musik geht wieder an. Alle fangen an zu tanzen. Eine
junge Frau kommt zu mir. Sie nimmt mich bei der Hand und wir tanzen zusammen.
Donnerstag, 23. August 2012
"! Un aplauso para el asador !"
Wir 59 Freiwilligen sitzen im Keller der Gemeinde in
Olivos.
Gefeiert wird das Ende der capacitación und der Anfang
unseres voluntariado. In den Raum zieht schon die qualmige Luft der parrilla.
Wir gehen hinaus und bestaunen die Fleischmassen. 35kg Rind. Wir machen Fotos,
sind einmal ganz die Touristen. Nicht ganz so begeistert sind die Vegetarier
und die Veganer unter uns.
Dann ruft
Ayelen: „!Un aplauso para el asador!“ Einen Applaus für den "Grillmeister". Rubén tritt auf. Alle johlen und
klatschen. Und danach feiern wir. Sketche und Songs von uns Freiwilligen werden
vorgetragen. Spiele. Und dann wird gesungen. Unsere Spanischlehrer machen Musik,
singen Lateinamerikanische Songs. Wir tanzen zu Gitarrenmusik und dem Rhythmus
der cajón.
Samstag, 18. August 2012
ESMA - Das leere Haus
Noch wenige Tage und ich werde meine Arbeit in La Paloma beginnen.
Vorher noch eine Guía T (Nahverkehrsplan) kaufen, die Handykarte aufladen, großes asado in der IERP genießen und feiern, die letzten Seminare und Workshops belegen und - den letzten Donnerstag verarbeiten.
Der Donnerstag, den wir in einem leeren Haus verbrachten, der ESMA. Wenn es dich interessiert, klick hier.
Mittwoch, 15. August 2012
Buenos Aires - 7 Tage und 7 Nächte
| Mein erster Blick auf Buenos Aires - aus dem Flugzeug |
Hier stürzen alle Eindrücke auf mich ein. Das castellano.
Geschichten hören aus der Zeit der Militärdiktatur. Reden, reden, reden – über die
Situation heute hier in Argentinien.
Referenten erzählen uns, was in den Projekten von den
Freiwilligen erwartet wird. Und von der Geschichte der IERP und des Cono Sur. Wir
bereiten uns vor.
Und dann saugen wir diese Stadt in uns auf. Wir sehen die
Casa Rosada und Arcángel Gabriel. Wir
besuchen La Boca - ein Disneyland mit
Tango für Touristen. Tagsüber. Nachts ist es zu gefährlich. Wir laufen Slalom
auf den Gehwegen, weichen Hundehaufen und Löchern aus. Fliesen fehlen, die einfach
kaputt sind. In denen das Regenwasser steht. Wir genießen die Freundlichkeit
der Menschen, wenn wir um Hilfe fragen. Wenn wir mit ihnen im colectivo, im Bus, ins Gespräch kommen. Dass sie geduldig den Satz auch 5mal
wiederholen in „langsamen“ castellano.
Und wir trinken Mate. Immer und überall. Ich genießen diese
Gemeinschaft.
Ich genieße das quilombo – das Chaos. Ich genieße Buenos
Aires und Argentinien.
Samstag, 11. August 2012
Clase de Castellano
Ein Samstagmorgen im Spanischkurs:
Wir hören ein Lied der Band Bersuit Vergarabat.
Sehr kritisch und sarkastisch und vielleicht ein bisschen zynisch. Wir übersetzen die Vokabeln. Und denken darüber nach und reden.
Das Video ist auch ohne den Text sehr aussagekräftig. Wenn du dich für die Lyrics interessierst: Ich werde nach dem Einführungsseminar noch eine Übersetzung anfertigen können. Einfach Bescheid sagen.
La Argentinidad al Palo
Donnerstag, 9. August 2012
Arcángel Gabriel und seine Nachbarn
!Hola!
Heute war ein langer anstrengender Tag. Und der war wahnsinnig beeindruckend: Arcángel Gabriel.
Ich will mich bald wieder melden. Jetzt geht es nur noch ins Bett.
Un abrazo
Dienstag, 7. August 2012
Ein Lebenszeichen
Der Landeanflug auf den "Aeropuerto Internacional Ministro Pistarini, Ezeiza" ist schlichtweg atemberaubend. Die Stadt am Rio de la Plata erstreckt sich als Lichtermeer bis zum Horizont. Das Fluzeug setzt auf und wir 4 Freiwilligen denken: Ja. Jetzt sind wir da. In der Stadt, die nun für ein Jahr unser Zuhause ist.
Abgeholt werden ich und Maibrit von Willy. Bei ihm und seiner Familie werden wir mit 3 anderen Freiwilligen (Fränzi, Mara, Nele) die nächsten 2 Wochen wohnen. Ich sitze im Auto und staune. Sehe Straßenschilder mit der Aufschrift "Avenida Eva Peron" und "Buenos Aires". Starre auf herunter gekommene Häuserblöcke. Und auf einen Viehtransporter mit "echten" argentinischen Rindern.
"Da drüben, 5 km in diese Richtung ist "La Paloma"." Sagt Willy. Ich sage "Aha." 5km.
Die neuen Eindrücke stürzen auf mich ein - und irgendwie richtig begreifen, dass ich jetzt hier bin - Das kann ich noch nicht.
Samstag, 4. August 2012
Der Endspurt
Freunde treffen, Impfung, Blogeintrag, Fischbrötchen
essen, zu Oma und Opa, Elb-Fähre fahren, zu den anderen Oma und Opa, die
letzten Angelegenheiten mit der Versicherung klären, die anderen Freunde
treffen, lesen, Fotos von den Lieben zusammen sammeln und ausdrucken, Schwarzbrot
mümmeln, sich an das Schulspanisch erinnern, an die Nordsee, den Onkel treffen,
Autofahren üben, Käse naschen, die Eltern beruhigen: "Ja, mir geht es gut.
Ich habe keine Angst.", Vollmachten ausstellen, Ratschläge der Vorgänger
einholen, Olympia gucken, auf den Kiez, Daten vom Computer speichern, sich mit
anderen Freiwilligen austauschen, Abschiedsbriefe schreiben, packen. Dann die Nachricht "Du wirst die ersten 2 Wochen in einer Gastfamilie leben." Gastgeschenke besorgen.
Und irgendwie: Alltagsroutine.
Montag geht es los.
06.10 HAM
- HAMBURG
07.15 AMS
- AMSTERDAM
10.00 AMS
- AMSTERDAM
19.05 EZE
- BUENOS AIRES
Sonntag, 29. Juli 2012
Vielen Dank für die Kommentare und die vielen Klicks...
...auch wenn ich nicht jeden Tag etwas poste: Der tägliche Blick
in die Statistiken des Blogs wird schon zur Gewohnheit. Genauso wie die „Dauer-Nervösität“,
die sich langsam in mir breit macht.
Das gibt’s neues für Euch: Ich stelle euch alle
Freiwilligen der Nordkirche vor, die nach Argentinien gehen.
Und: Für die Poesiefans, einen kleinen poetischen Text,
der eigentlich für unseren Entsendegottesdienst gedacht war.
Bis in einer Woche!
Montag, 23. Juli 2012
Herzlich Willkommen und Bienvenidos in meinem Blog!
Der 6. August rückt näher – noch 14 Tage und ich
werde meine Heimat Hamburg für 12 Monate verlassen.
Lustiges, Trauriges, Schönes, Hässliches, Beeindruckendes
– ich möchte Euch ein möglichst buntes Bild von dem Land und den Menschen dort
geben.
Stöbert einfach schon einmal ein bisschen herum – es gibt
bereits einiges zu entdecken!
Fragen, Anregungen, Kommentare, Denkanstöße – immer her
damit!
Ich freue mich auf eine tolle Zeit mit euch zusammen.
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