Mittwoch, 28. November 2012

Zeitraffer

Adventskalender basteln für die Mitbewohnerin und für La Paloma, Weihnachtskarten schreiben, Postkarten schreiben, ins Kino gehen, in La Paloma arbeiten, am taller de cine teilnehmen, bei der revista vida abundante arbeiten. Weihnachtsgeschenke nach Deutschland? Mosquitos im Schlafzimmer tot schlagen. Urlaubsplanung: Der Norden von Argentinien, nach Montevideo und nach Chile. Und irgendwie versuchen sich bei 30°C auf Weihnachten einzustellen.  

Donnerstag, 22. November 2012

Null zu Null - Eine Erfahrung gewonnen

Fangesänge in castellano, ein nicht ganz voll besetztes Stadion, aber eine schöne Stimmung, wie ich finde.
letzte Reihe mit einem Superblick aufs Spielfeld
 Argentinos Juniors gegen River Plate. An der cancha von River Plate. Ich gehöre zu den Gästen, die Familie, die so lieb ist, mich mitzunehmen, sind Fans der Argentinos Juniors. Und es ist ganz egal, wem ich von meinem Ausflug zur cancha erzähle: Jeder erzählt mir sofort - bei den Argentinos Juniors hat Maradona angefangen zu spielen. Wenn ich davon absehe aus Sicherheitsgründen meinen Fingerabdruck am Eingang abgegeben zu haben und dass einige der Gesänge rassistisch sind, der Schiedsrichter das Spiel deswegen kurz unterbricht und nicht weiter spielen lässt bis die Fans von River Plate damit aufhören - ist die Atmosphäre wundervoll.
Denn dann wird weitergespielt, bei den Zurufen der Zuschauer, verstehe ich "!dale, dale, dale!" und einen Haufen Schimpfwörter. Im Hintergrund geben die Murgatrommeln den Takt fürs Klatschen an und die Argentinier feiern ihren Fußball.

Samstag, 17. November 2012

Im Zentrum der Kultur

An der einen Straßenecke ist ein Haus, das recht interessant aussieht:  Interessant, wenn ich als deutsche Freiwillige auf der Suche nach argentinischen Leuten bin. Interessant, wenn ich mir einen Alltag organisieren möchte.
"canto, teatro, gimnasia" - Gesang, Theater, Sport.
In dem etwas alt miefenden Zimmer stehen Möbel kreuz und quer durcheinander. Angrenzen tut ein Raum mit Bühne. Eine ganze Weile lang rede ich mit Nathalia, die die talleres de cine leitet und mit 2 Jungs', die mir viele Fragen stellen über Deutschland und über das, was ich hier so mache. Wir reden über Infrastruktur in Argentinien und in Deutschland, über studieren "acá y allá", über Rassismus und Nationalsozialismus. Am Dienstag werde ich mir den taller de documental ansehen können. Und auch sonst immer gerne vorbei kommen. Die beiden Jungs' laden mich ein am Donnerstag zu kommen. Es gibt einen Radiosender, den sie ausstrahlen. Irgendetwas mit Videospielen. Ich solle sie auf facebook suchen, sie geben mir viel Infomaterial mit und Tipps, welche argentinischen Filme ich mir denn am besten ansehen soll. Ich bedanke mich und dann gehe ich - in Vorfreude auf Dienstag...

Montag, 12. November 2012

Yerba aus dem Kürbis

Endlich habe ich auch einen. Einen eigenen mate. Dass die Argentinier viel mate trinken, ist kein Vorurteil, kein Klischee, es ist eine Tatsache. Die einen mehr, die anderen weniger, die einen mit Zucker, die anderen ohne. Und im Sommer: tereré.
Mate ist so etwas wie Tee. Nur kein normaler Tee. Gräser, Kräuter - yerba - aus der Gegend, in der sich Brasilien, Paraguay und Argentinien treffen. Die werden lose in den Mate-"Becher", geschüttet, traditionell aus einem Kürbis angefertigt. Und dann die bombilla hineinstecken und heißes Wasser drauf kippen. Jeder nimmt 3 oder 4 kleine Schlucke und dann geht der mate zurück an den Servierer und dieser gibt den mate an den Nächsten. Ein Beisammensein. Gemeinschaft. Und alles ganz tranquilo.

mein Mate, die bombilla und eine Thermoskanne, dieses "equipo de Mate" haben Argentinier mehr oder weniger immer dabei...

















7 Tage lang habe ich jeden Abend den mate lavado aus dem mate von Ka herausgekratzt und in meinen Mate hineigestopft. Das macht man so, um den mate verwendungsfertig zu machen. Heute Abend konnte ich den ersten mate aus meinem eigenen mate-Becher genießen.

Montag, 5. November 2012

Sein oder nicht sein - Was ist meine Frage?

Der patio ist voll mit Tischen, Ständen mit selbstgemachten Bilderrahmen, Notizblöcken und Schmuck aus Zeitungspapier. Selbstgemachte Marmelade, Mützen, Seife. Selbstgemachte cajones, selbstgemachter Glasschmuck und Fotos aus der selbstgebastelten Kamera. Und aufgeführt wird ein selbstgeschriebener Rap. Alles von den jóvenes der Tageszentren:
Der comedor von La Paloma: alles ist vorbereitet für 1 1/2 h direkte Demokratie
Ein Zusammentreffen von 7 Projekten aus dem Großraum Buenos Aires in La Paloma. Arcángel Gabriel, Florencio Varela, El Sembrador, Baradero, Casa San Pablo, La Paloma. Die Jugendlichen aus den Projekten haben Fragen an die Provinzregierung Buenos Aires. Die können sie heute, am 2. November, stellen, 4 Funktionäre der Regierung nehmen sich Zeit für sie. Die jóvenes stellen ihre Fragen, wochenlang vorbereitet. Und die Funktionäre geben lange Antworten. Alle reden viel, 1 1/2 h lang. Aber niemand sagt etwas. Denn eigentlich trauen sich die einen nicht und die anderen wissen, dass sie nicht müssen. Oder sie sehen nicht.
Es scheint so verlockend leicht für mich, darüber zu urteilen.

Samstag, 3. November 2012

Ein Familientag

In La Paloma feiern wir nicht den "Día de la Madre": Den argentinischen Muttertag am 3. Sonntag im Oktober. Es haben nicht alle Kinder eine Mama. Also feiern wir in La Paloma den "Tag der Familie". Wir essen chorypan und sehen den Kindern zu, wie sie cumbia tanzen. Wir springen Seil, malen und spielen Memory. Ein großes Memory mit Fußballtrikots. Wir machen eine Schatzsuche und am Ende kriegen die Familien ein kleines Geschenk. Das Geschenk haben die chicas und chicos vorbreitet - Farbe mit Strohhalmen auf Papier gespritzt, die Familie darauf gemalt und dann in eine alte Videokassettenhülle gesteckt: Eine Schachtel, in die die educadores jeweils noch ein Kartenspiel, einen Notizblock, einen Stift und ein paar Kerne zum Knabbern hineingestckt hatten.
Ein schöner Familientag war das - obwohl die eigene Familie so ganz weit weg war.