Seit einer Woche sind wir nun in unserer Wohnung in
Moròn. Wir haben inzwischen auch die Einrichtung zusammen. Vom Sparschaeler bis
hin zum Kuehlschrank sind wir bestens ausgestattet. Was fehlt sind Esstisch,
Stuehle und - Internet.
Die Frage bei den Nachbarn: “Koennen wir Ihr Internet
mitbenutzen? Fuer ein paar selbst gebackene Kekse und der Beteiligung an den
Kosten?”
Vergeblich. Das heisst: Wir werden selber welches
beantragen. Im argentinischen Tempo versteht sich. Bis dahin werde ich
versuchen bei Gelegenheit das Internet woanders zu nutzen. Soweit es geht: In
der Casita La Paloma, im Internet-Cafe, in der IERP (wo ich jetzt gerade bin)
oder an anderen interessanten Orten...
Freitag, 28. September 2012
Mittwoch, 19. September 2012
Endlich
Es ist 6 Uhr. Ich komme von der Arbeit nach Hause. Schon
etwas früher als sonst, weil die reunión etwas entspannter lief. Ich
betrete die Küche und meine Gastschwester grinst mich an. Beso zur Begrüßung
und sie sagt: „Es gibt gute Neuigkeiten!“ In mir steigt etwas Vorfreude auf. Ab
ins Wohnzimmer: Da sitzen meine beiden Mitbewohnerinnen mit meinem Gastvater.
Resa hält ihre Hand hoch und klimpert mit Schlüsseln in ihrer Hand, erwartungsvolle
lachende Gesichter schauen mich an und von mir kommt ein stummer Schrei. „Du
kannst auch ruhig laut schreien, haben wir auch gemacht.“
Mein Gastvater telefoniert.
Keine Auskunft. Die Verwalterin könne aber weiterhelfen. Wir warten noch ein
paar Minuten. Und dann por fin: Samstag müssen wir unsere so
liebe Gastfamilie verlassen. Die wunderschöne Zeit hier ist vorbei: Wir können
in unsere Wohnung.
Dienstag, 11. September 2012
Ein Tag für die Lehrer
| Einige Schulbücher meiner Gastschwestern |
Meine Gastschwestern müssen heute nicht in die Schule. Meine
Gastmutter – eine Lehrerin – muss nicht in die Schule. Von Kollegen und
Schülern hat sie kleine Geschenke bekommen, gestern schon. Und ich, ich muss
heute auch nicht arbeiten. Heute ist der Dia del Maestro – Der Tag des Lehrers.
In La Paloma, der Dia del „educador“.
Ich arbeite erst seit 2 Wochen in der casita. Mit dem castellano hapert es noch. Die chiquis nehmen mich noch nicht ganz für voll. So richtig
nützlich fühle ich mich noch nicht.
Doch eines kann ich sagen: Ich bin glücklich. La Paloma macht
mir jeden Tag gute Laune.
Ich feiere den Dia del „educador“!
Donnerstag, 6. September 2012
Bumm - Bumm
Ein Gespräch mit Eve beim Aufräumen: Draußen spielen ein educador und ein paar jóvencitos auf der bombo. Bumm – bumm – bumm - … .
„Das ist
Murga.“ Sagt Eve. „Kennst du das?“ „Ja, kenne ich schon. Wir hatten einen
Workshop während der capacitación.“ „Habt ihr getanzt?“ „Ja.“ Ich lache. „Das
war ziemlich lustig…“ Der Rhythmus der bombo vibriert in meinem Bauch.
„Habt ihr auch über die Geschichte gesprochen?“ „Ja“. Und
ich denke an die Sklaven: „Für mich ist das total interessant: In
Europa denken alle Menschen: Argentinien – Tanz: Tango. Aber keiner kennt
Murga. Und hier gibt es so viel Murga. Bisher habe ich so gut wie keinen Tango
gesehen. Nur in La Boca. Als sie für die Touristen getanzt haben.“
„Ja. Murga wird viel in den barrios getanzt.“ Von den "einfachen" Leuten.
Und ganz viel von der Unterschicht.
Und ganz viel von der Unterschicht.
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