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Freitag, 3. Mai 2013

Regentag

gemütlich im salón währenddessen es draußen in Strömen regnet
Es regnet. Das bedeutet für den Zustand von unbefestigten Straßen: matschig bis überschwemmt. Und das bedeutet für die chic@s, mit denen wir arbeiten: Sie gehen lieber nicht auf die Straße. Das Wasser läuft ja schon fast ins Haus hinein und angemessene Kleidung - vor allem Schuhwerk - ist sowieso nicht vorhanden. Und die colectivos fahren auch nicht richtig, weil die Straßen zum Teil überschwemmt sind. Wir gehen nicht zur Arbeit, nicht zu Schule, nicht nach La Paloma. Heute sind von den ca. sonst 25 Kindern nur 5 da. Alle kommen sie durchnässt an. Wir machen es uns gemütlich, schauen uns einen Film an und trinken am Ende noch eine heiße Milch. Ich bleibe heute noch 2 Stunden länger und mache mit den Jugendlichen Macramé in deren Salón. Dabei trinken wir Mate und mate cocido mit Milch. Wir hören Musik und Katy ist mit meiner Kamera unterwegs. Carlitos ahmt das Lachen ihrer älteren Schwester Brenda nach. "Hihihihihi". Bis wir alle lachen müssen. Wir sprechen über die neue Frisur von Apu. Um halb acht schließlich machen wir uns alle auf den Heimweg. Vorher stehen wir in der warmen Küche und scherzen herum, essen Birnen und Kekse. Keiner hat wirklich Lust vor die Tür zu gehen. Es ist nass, dunkel und kalt.

Freitag, 19. April 2013

Mein Tattoo

Kurz vorm Mittagessen: Gisela und ich begrüßen die Kinder, bereiten die letzten Kleinigkeiten für die Aktivitäten am Nachmittag vor, fragen die Kinder über ihre Erlebnisse seit der Merienda am Vortag bis jetzt aus. Wir versuchen ein bisschen herauszufinden, wie die Kinder so drauf sind und was es später zu essen gibt, wir besprechen uns mit den anderen educadores und trinken Mate in der Küche und versuchen wir eben irgendwie selbst noch ein paar persönliche Worte zu wechseln- alles gleichzeitig, mehr oder weniger.
Candela ist heute eine der Ersten, die erscheint und sie nutzt die Zeit aus, die wir dadurch für sie aufbringen können. Zuerst wird nur etwas gequatscht, dann geben wir ihr was zum ausmalen. Aber Cande mag lieber das Tattoo von Gisela auf ihrer Schulter "ergänzen". Und dann malt sie mir auch was auf den Rücken: Die Farben des Fußballclubs San Lorenzo und sich selbst.

Samstag, 23. März 2013

Maniküre

Bis zum Mittagessen ist noch etwas Zeit, wir quatschen mit den Kindern herum. Fragen sie, ob sie Hausaufgaben haben, ob es etwas Neues in der Familie gibt, ob sie irgendetwas erzählen wollen. Es wird gepuzzelt, gemalt oder gespielt. Paula* möchte heute Gisela die Fingernägel lackieren. Die kleine 7-Jährige patscht immer wieder ganz eifrig den Pinsel des lila-Nagellacks auf die rot-lackierten Fingernägel von Gise.
mein stilvoller neuer Look!
Danach bin ich an der Reihe. Wenn Paula* sich die Finger einschmiert, wischt sie das an meiner Jeans ab - Egal, die hat eh schon Löcher, die jeden Tag größer werden. Als sie mit ihrem Werk zufrieden ist, fängt sie an ein Ostereibild auszumalen. Den Nagellack auf meinen Fingernägeln trage ich nun stolz zur Schau. Wie viel Zeit ist doch schon vergangen, seitdem ich Paula* damals zurechtwies und sie mich so gar nicht akzeptierte.

Mittwoch, 20. März 2013

Herbstanfang

Der Sommer ist vorbei, die Kinder gehen wieder zur Schule - wenn nicht gerade Lehrerstreik ist.
"Herzlich Willkommen - Dienstag, 19. März 2013" und eine Illustration des Wetters
Und wir arbeiten mit den Kindern wieder in den salones. Einige der kleinen chikis sind zu der Gruppe der Größeren gewchselt. Und auch für die educadores gibt es eine Veränderung: Gise und Eve haben die Plätze getauscht. Meine letzten 4 1/2 Monate werde ich Gise mit den Kleinen unterstützen. 6 Kinder sind in der Gruppe. Gestern haben wir mit den chikis den Alltag angefangen: Jedes Mal muss eines der Kinder am Anfang des Tages den heutigen Wochentag und das Datum aufschreiben. Und ganz wichtig: wir bereiten die Wahl vor. Die große Wahl der Namen für die Gruppen...

Mittwoch, 20. Februar 2013

Auch hier wächst die Nation!

Aquí tambien la nacion crece - diese Schilder findet man im ganzen Land
Es ist mein letzter ganzer Tag in San Rafael, in Mendoza. Morgen Abend werde ich wieder zurück nach Hause fahren. An diesem letzten Tag will ich mit einem Argentinier, den ich hier im Hostel kennen gelernt habe - Diego, zur Laguna del Diamante. Eine Exkursion dahin mit einer Touristenagentur: fast 900 Pesos - und durchgeführt wird sie sowieso nicht - nicht genügend Interessenten. Aber Diego hat ein Auto und so machen wir uns auf eigene Faust auf den Weg. Vorher noch einmal tanken und heißes Wasser in die Thermoskanne für den Mate auffüllen - und ab gehts. Bald sind wir dann - so glauben wir jedenfalls - auf der Ruta 101 nach Norden. Eine Stunde lang fahren wir über diese Schotterpiste mitten durch die Pampa. Ab und zu kommen wir an ein paar Kühen und Pferden vorbei. Am Horizont sehen wir die Anden. Irreal scheint das alles. Wir kommen ans Ende der Ruta, eine Kreuzung im Nichts. Die nächsten kleineren Orte werden ausgeschildert, alle mindestens 60km weg. Und wir stellen fest, wir sind falsch gefahren, nicht in den Norden, sondern in den Süden. Am Horizont kommt ein Unwetter auf und wir entscheiden, dem Auto die Straße zur Laguna doch lieber nicht zuzumuten. Schließlich haben wir keinen 4-Rad-Antrieb. Wir kehren um, wollen durch den Cañon del Atuel und durch das Valle Grande zurück nach San Rafael fahren. Aber vorher fällt mein Blick noch einmal auf das Plakat, das mitten im Nichts steht: Aquí tambien la nación crece. - Auch hier wächst die Nation. Ein kleiner Gruß von Cristina in die Pampa.

Samstag, 16. Februar 2013

Chaos

Abfahrtsbereich der Plataforma 46 von Retiro
Es ist der Freitag vom Karnevalswochenende und ich bin im grossen terminal von Retiro - dem riesigen Busbahnhof von Buenos Aires. Das Terminal ist brechendvoll an diesem langen Wochenende. Ich kann kaum durch die Menge durchkommen - Und um 20.30 Uhr soll mein Micro nach San Rafael abfahren. Es ist 20.20 Uhr und ich habe keine Ahnung an welcher der ueber 60 plataformas der Bus faehrt. Weder der Sicherheitsmensch, der Mann vom Zeitungsstand noch die elektronische Anzeigentafel kann mir weiterhelfen. Der Bus scheint nicht zu existieren. 20.26 Uhr: Das einzige, was mir uebrig bleibt, ist zur Information zu sprinten, die sich ganz am Anfang ds Terminals befindet. Mit meinem 15 Kilo-Rucksack auf dem Ruecken, einem Schlafsack und einem kleineren Rucksack in der Hand, laufe ich los. Der Mann von der Information telefoniert noch seelenruhig mit einem Kollegen, kann mir dann endlich sagen, dass ich zwischen den plataformas 37-51 Ausschau halten muss.Ich sprinte den ganzen Weg wieder zurueck. Auf den elektronischen Anzeigentafeln existiert mein Bus immer noch nicht, als ich um 20.35 Uhr eine Frau entdecke, die den selben Bus sucht. Wir sprechen mit einem Mann von dem Busunternehmen, der uns sagt, dass dieser Bus noch gar nicht angekommen ist. Total verschwitzt und mit hochrotem Kopf beginne ich mich zu entspannen. Also nicht verpasst. Ploetzlich spricht mich jemand von hinten an: Ayelén. Ihr Bus sollte schon um 19.50 Uhr gehen. Es ist bereits 21.00 Uhr. Ayelén spielt das Spiel: "Eine der naechsten 6 Lautsprecherdurchsagen ist mein Bus". Dieses Spiel spielt sie jetzt seit einer Stunde.Wir unterhalten uns ein wenig, bejammern und bemitleiden uns gegenseitig. Um 21.40 Uhr springt Ayelén mit einem Mal aufgeregt in die Luft. Ihr Bus ist da. Eine halbe Stunde spaeter kann auch ich mich in meinen breiten Sitz kuscheln, die Fuesse hochlegen und den Ausblick aufs naechtliche Buenos Aires geniessen. Ab in den Urlaub!

Samstag, 9. Februar 2013

Carnaval in Buenos Aires

Der Sonntag vor dem eigentlichen Karnevalswochenende war meine einzige Moeglichkeit den Carnaval in Buenos Aires kennen zu lernen. Wenigstens ein bisschen. Dafuer fuhr ich nach Flores, einem Stadtteil von Capital. Ich moechte gar nicht lange bleiben, nur eine Weile zuschauen, wie die Porteños die 5. Jahreszeit feiern. Und das tuen sie, wer haette das gedacht, mit Murga. Ich stehe ganz vorne an der Absperrung, es sind nur wenige Leute da. Ganz genau kann ich beobachten, wie die verschiedenen Karnevalsgruppen ihre corsos machen. Trommeln und Tanz, Fahnen werden geschwenkt und es wird geklatscht, doch alles scheint wie die Ruhe vorm Sturm. Denn richig losgehen tut es erst dieses Wochenende, das Wochenende von Carnaval. Doch jetzt bin ich nicht in Buenso Aires, sondern in San Rafael, in Mendoza.

corso in Flores - einem Stadtteil von Buenos Aires

Sonntag, 27. Januar 2013

Halbzeit

Für mich irreal, aber es ist wahr: Die Halbzeit ist herum. Kein schönes Gefühl und ich verfalle etwas in Melancholie. Jetzt gerade fängt erst alles an, sich so wundervoll normal anzufühlen: ein Alltag, so weit es nach 6 Monaten in einem fremden Land eben möglich ist - Doch das fremde Land ist eben immer weniger fremd, fühlt sich immer normaler an, weil die Erinnerung an Deutschland nicht verschwindet, aber verblasst, irgendwo ganz hinten im Kopf gespeichert und abgelegt. Die Realität und das Leben in der Heimat sind hier vor Ort einfach nicht mehr präsent und eben momentan eine Erinnerung. Ein Gefühl der Zugehörigkeit, dass man braucht und zu schätzen lernt, auf das ich aber auch nicht alles bauen kann.

Freitag, 7. Dezember 2012

Kino in Bewegung

- Cine en Movimiento wird 10 Jahre alt.
Seit 10 Jahren werden gemeinsam mit den Jugendlichen aus verschiedenen Projekten aus ganz Buenos Aires Filmprojekte gemacht. Die jóvenes zeigen ihr Leben, so wie sie es sehen: am Freitag dem 7. Dezember gibt es ein großes festival in La 
Paloma.
Hier ist ein etwa 4 minütiger kleiner Film von Cine en Movimiento...(Spanischkenntnisse nicht von Nöten):




Mittwoch, 28. November 2012

Zeitraffer

Adventskalender basteln für die Mitbewohnerin und für La Paloma, Weihnachtskarten schreiben, Postkarten schreiben, ins Kino gehen, in La Paloma arbeiten, am taller de cine teilnehmen, bei der revista vida abundante arbeiten. Weihnachtsgeschenke nach Deutschland? Mosquitos im Schlafzimmer tot schlagen. Urlaubsplanung: Der Norden von Argentinien, nach Montevideo und nach Chile. Und irgendwie versuchen sich bei 30°C auf Weihnachten einzustellen.  

Samstag, 17. November 2012

Im Zentrum der Kultur

An der einen Straßenecke ist ein Haus, das recht interessant aussieht:  Interessant, wenn ich als deutsche Freiwillige auf der Suche nach argentinischen Leuten bin. Interessant, wenn ich mir einen Alltag organisieren möchte.
"canto, teatro, gimnasia" - Gesang, Theater, Sport.
In dem etwas alt miefenden Zimmer stehen Möbel kreuz und quer durcheinander. Angrenzen tut ein Raum mit Bühne. Eine ganze Weile lang rede ich mit Nathalia, die die talleres de cine leitet und mit 2 Jungs', die mir viele Fragen stellen über Deutschland und über das, was ich hier so mache. Wir reden über Infrastruktur in Argentinien und in Deutschland, über studieren "acá y allá", über Rassismus und Nationalsozialismus. Am Dienstag werde ich mir den taller de documental ansehen können. Und auch sonst immer gerne vorbei kommen. Die beiden Jungs' laden mich ein am Donnerstag zu kommen. Es gibt einen Radiosender, den sie ausstrahlen. Irgendetwas mit Videospielen. Ich solle sie auf facebook suchen, sie geben mir viel Infomaterial mit und Tipps, welche argentinischen Filme ich mir denn am besten ansehen soll. Ich bedanke mich und dann gehe ich - in Vorfreude auf Dienstag...

Montag, 12. November 2012

Yerba aus dem Kürbis

Endlich habe ich auch einen. Einen eigenen mate. Dass die Argentinier viel mate trinken, ist kein Vorurteil, kein Klischee, es ist eine Tatsache. Die einen mehr, die anderen weniger, die einen mit Zucker, die anderen ohne. Und im Sommer: tereré.
Mate ist so etwas wie Tee. Nur kein normaler Tee. Gräser, Kräuter - yerba - aus der Gegend, in der sich Brasilien, Paraguay und Argentinien treffen. Die werden lose in den Mate-"Becher", geschüttet, traditionell aus einem Kürbis angefertigt. Und dann die bombilla hineinstecken und heißes Wasser drauf kippen. Jeder nimmt 3 oder 4 kleine Schlucke und dann geht der mate zurück an den Servierer und dieser gibt den mate an den Nächsten. Ein Beisammensein. Gemeinschaft. Und alles ganz tranquilo.

mein Mate, die bombilla und eine Thermoskanne, dieses "equipo de Mate" haben Argentinier mehr oder weniger immer dabei...

















7 Tage lang habe ich jeden Abend den mate lavado aus dem mate von Ka herausgekratzt und in meinen Mate hineigestopft. Das macht man so, um den mate verwendungsfertig zu machen. Heute Abend konnte ich den ersten mate aus meinem eigenen mate-Becher genießen.

Montag, 5. November 2012

Sein oder nicht sein - Was ist meine Frage?

Der patio ist voll mit Tischen, Ständen mit selbstgemachten Bilderrahmen, Notizblöcken und Schmuck aus Zeitungspapier. Selbstgemachte Marmelade, Mützen, Seife. Selbstgemachte cajones, selbstgemachter Glasschmuck und Fotos aus der selbstgebastelten Kamera. Und aufgeführt wird ein selbstgeschriebener Rap. Alles von den jóvenes der Tageszentren:
Der comedor von La Paloma: alles ist vorbereitet für 1 1/2 h direkte Demokratie
Ein Zusammentreffen von 7 Projekten aus dem Großraum Buenos Aires in La Paloma. Arcángel Gabriel, Florencio Varela, El Sembrador, Baradero, Casa San Pablo, La Paloma. Die Jugendlichen aus den Projekten haben Fragen an die Provinzregierung Buenos Aires. Die können sie heute, am 2. November, stellen, 4 Funktionäre der Regierung nehmen sich Zeit für sie. Die jóvenes stellen ihre Fragen, wochenlang vorbereitet. Und die Funktionäre geben lange Antworten. Alle reden viel, 1 1/2 h lang. Aber niemand sagt etwas. Denn eigentlich trauen sich die einen nicht und die anderen wissen, dass sie nicht müssen. Oder sie sehen nicht.
Es scheint so verlockend leicht für mich, darüber zu urteilen.

Samstag, 3. November 2012

Ein Familientag

In La Paloma feiern wir nicht den "Día de la Madre": Den argentinischen Muttertag am 3. Sonntag im Oktober. Es haben nicht alle Kinder eine Mama. Also feiern wir in La Paloma den "Tag der Familie". Wir essen chorypan und sehen den Kindern zu, wie sie cumbia tanzen. Wir springen Seil, malen und spielen Memory. Ein großes Memory mit Fußballtrikots. Wir machen eine Schatzsuche und am Ende kriegen die Familien ein kleines Geschenk. Das Geschenk haben die chicas und chicos vorbreitet - Farbe mit Strohhalmen auf Papier gespritzt, die Familie darauf gemalt und dann in eine alte Videokassettenhülle gesteckt: Eine Schachtel, in die die educadores jeweils noch ein Kartenspiel, einen Notizblock, einen Stift und ein paar Kerne zum Knabbern hineingestckt hatten.
Ein schöner Familientag war das - obwohl die eigene Familie so ganz weit weg war.

Montag, 29. Oktober 2012

Straßenfußball: El fútbol callejero

Heute möchte ich euch von einem Wettbewerb ohne Sieger und Verlierer erzählen, von Mosquitos und einer eingeworfener Fensterscheibe. Klick: hier.
Wer nur was zum anschauen möchte, einen Klick hier
Und sonst so? Alles läuft gut und ich bin glücklich.

Mittwoch, 19. September 2012

Endlich


Es ist 6 Uhr. Ich komme von der Arbeit nach Hause. Schon etwas früher als sonst, weil die reunión etwas entspannter lief. Ich betrete die Küche und meine Gastschwester grinst mich an. Beso zur Begrüßung und sie sagt: „Es gibt gute Neuigkeiten!“ In mir steigt etwas Vorfreude auf. Ab ins Wohnzimmer: Da sitzen meine beiden Mitbewohnerinnen mit meinem Gastvater. Resa hält ihre Hand hoch und klimpert mit Schlüsseln in ihrer Hand, erwartungsvolle lachende Gesichter schauen mich an und von mir kommt ein stummer Schrei. „Du kannst auch ruhig laut schreien, haben wir auch gemacht.“ 
Mein Gastvater telefoniert. Keine Auskunft. Die Verwalterin könne aber weiterhelfen. Wir warten noch ein paar Minuten. Und dann por fin: Samstag müssen wir unsere so liebe Gastfamilie verlassen. Die wunderschöne Zeit hier ist vorbei: Wir können in unsere Wohnung.

Dienstag, 11. September 2012

Ein Tag für die Lehrer


Einige Schulbücher meiner Gastschwestern
Meine Gastschwestern müssen heute nicht in die Schule. Meine Gastmutter – eine Lehrerin – muss nicht in die Schule. Von Kollegen und Schülern hat sie kleine Geschenke bekommen, gestern schon. Und ich, ich muss heute auch nicht arbeiten. Heute ist der Dia del Maestro – Der Tag des Lehrers. In La Paloma, der Dia del „educador.
Ich arbeite erst seit  2 Wochen in der casita. Mit dem castellano hapert es noch. Die chiquis nehmen mich noch nicht ganz für voll. So richtig nützlich fühle ich mich noch nicht.
Doch eines kann ich sagen: Ich bin glücklich. La Paloma macht mir jeden Tag gute Laune.
Ich feiere den Dia del „educador“!

Donnerstag, 6. September 2012

Bumm - Bumm



Ein Gespräch mit Eve beim Aufräumen: Draußen spielen ein educador und ein paar jóvencitos auf der bombo. Bumm – bumm – bumm - … . 
„Das ist Murga.“ Sagt Eve. „Kennst du das?“ „Ja, kenne ich schon. Wir hatten einen Workshop während der capacitación.“ „Habt ihr getanzt?“ „Ja.“ Ich lache. „Das war ziemlich lustig…“ Der Rhythmus der bombo vibriert in meinem Bauch.
„Habt ihr auch über die Geschichte gesprochen?“ „Ja“. Und ich denke an die Sklaven: „Für mich ist das total interessant: In Europa denken alle Menschen: Argentinien – Tanz: Tango. Aber keiner kennt Murga. Und hier gibt es so viel Murga. Bisher habe ich so gut wie keinen Tango gesehen. Nur in La Boca. Als sie für die Touristen getanzt haben.“
„Ja. Murga wird viel in den barrios getanzt.“ Von den "einfachen" Leuten.
Und ganz viel von der Unterschicht.