Sonntag, 19. Mai 2013

Vor der Haustür

Ein Mittwochabend gehe ich so um halb Neun noch einmal auf die Straße: Wir haben Lust auf Schokolade und Colalight. Schnell gehe ich also zum Chino, dem kleinen Supermarkt um die Ecke und besorge die Fressware für einen gemütlichen Herbstabend in der Wohnung. 6 Grad sind es an diesem Tag. Als ich mit den Einkaufstüten zurückkomme, starre ich überrascht auf zwei Jungs vor unserer Haustür auf der Straße. Sie beladen gerade einen Wagen mit Pappe, Karton und Papier. Gustavo* und Vevo*, zwei Jugendliche aus La Paloma. Alle drei sind wir etwas überrascht, uns hier zu treffen. Kurze Begrüßung, beso auf die Wange. Dann gehe ich in die Wohnung hinauf. 
Am nächsten Tag erzähle ich Gise und Eve davon. "Ach wirklich ja?", sagen sie. "Denen ist das unangenehm, wenn man sie dabei so sieht."  "Tja, mir auch", sage ich. Wenn mir vor Augen geführt wird, dass die Jugendlichen aus meinem Projekt ein paar Pesos für die Familie verdienen, indem sie das Altpapier der deutschen Freiwilligen verkaufen, füge ich im Gedanken hinzu. Aber sie hören mir nicht mehr richtig zu. Das Gesprächsthema hat gewechselt.   


Dieses hier ist eine kleine Dokumentation über die Arbeit der Cartoneros in Buenos Aires.

* die Namen mit Sternchen habe ich geändert...

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