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Samstag, 16. Februar 2013

Chaos

Abfahrtsbereich der Plataforma 46 von Retiro
Es ist der Freitag vom Karnevalswochenende und ich bin im grossen terminal von Retiro - dem riesigen Busbahnhof von Buenos Aires. Das Terminal ist brechendvoll an diesem langen Wochenende. Ich kann kaum durch die Menge durchkommen - Und um 20.30 Uhr soll mein Micro nach San Rafael abfahren. Es ist 20.20 Uhr und ich habe keine Ahnung an welcher der ueber 60 plataformas der Bus faehrt. Weder der Sicherheitsmensch, der Mann vom Zeitungsstand noch die elektronische Anzeigentafel kann mir weiterhelfen. Der Bus scheint nicht zu existieren. 20.26 Uhr: Das einzige, was mir uebrig bleibt, ist zur Information zu sprinten, die sich ganz am Anfang ds Terminals befindet. Mit meinem 15 Kilo-Rucksack auf dem Ruecken, einem Schlafsack und einem kleineren Rucksack in der Hand, laufe ich los. Der Mann von der Information telefoniert noch seelenruhig mit einem Kollegen, kann mir dann endlich sagen, dass ich zwischen den plataformas 37-51 Ausschau halten muss.Ich sprinte den ganzen Weg wieder zurueck. Auf den elektronischen Anzeigentafeln existiert mein Bus immer noch nicht, als ich um 20.35 Uhr eine Frau entdecke, die den selben Bus sucht. Wir sprechen mit einem Mann von dem Busunternehmen, der uns sagt, dass dieser Bus noch gar nicht angekommen ist. Total verschwitzt und mit hochrotem Kopf beginne ich mich zu entspannen. Also nicht verpasst. Ploetzlich spricht mich jemand von hinten an: Ayelén. Ihr Bus sollte schon um 19.50 Uhr gehen. Es ist bereits 21.00 Uhr. Ayelén spielt das Spiel: "Eine der naechsten 6 Lautsprecherdurchsagen ist mein Bus". Dieses Spiel spielt sie jetzt seit einer Stunde.Wir unterhalten uns ein wenig, bejammern und bemitleiden uns gegenseitig. Um 21.40 Uhr springt Ayelén mit einem Mal aufgeregt in die Luft. Ihr Bus ist da. Eine halbe Stunde spaeter kann auch ich mich in meinen breiten Sitz kuscheln, die Fuesse hochlegen und den Ausblick aufs naechtliche Buenos Aires geniessen. Ab in den Urlaub!

Mittwoch, 29. August 2012

Auf nach La Paloma!


10.00 Uhr. Über die Bahngleise. 1, 2 cuadras. Rechts. 1 cuadra. Auf den Bus warten. Er kommt: 343. Ich strecke den Arm aus. Quiiietsch. Er hält. Ich steige ein, sage: „Liniers“ zum Fahrer. Halte meine sube an den kleinen Kartenleser. Piiiiep. 
Einer der vielen colectivos in Buenos Aires
Ich stolpere durch den Bus. Der colectivo holpert los und ich falle hinten auf einen Sitz. Es geht durch Lourdes, San Martin und weiter. Bald muss ich aussteigen. Ich schaue durchs Fenster. Alles sieht gleich aus. Wo sind die Bahnschienen? Gehupe. Slalomfahren. Plötzlich: Schienen. „!?Permiso!?“ Ich drängele zur Tür, versuche dabei das Gleichgewicht zu halten. Drücke auf den Halteknopf. Die Türen öffnen sich. Der Bus hält. Ich springe hinaus. Nun die Gleise überqueren. Nicht über die Schienen stolpern. Haltestelle suchen. Da! Der Laternenpfahl. Ein Zettel klebt drauf: 172. Warten. 172 kommt. Der über Barrio Marina? Ja. Ich halte meinen Arm hinaus. Steige ein. „Aribeños.“ Sage ich. „!?Aribeños!?“ Murmelt der Fahrer. Egal. Ich halte die sube an den Kartenleser. Der colectivo holpert durch Ciudadela. Holpert hinaus. Wir biegen auf die Avenida Camino de Cintura. Ich drücke auf den Halteknopf. Die Türen gehen auf. Der Bus hält. Ich springe hinaus. Und stehe am Straßenrand. Etwa 15m breit. Sand. Ich warte bis keine Autos mehr kommen und schaffe es zunächst bis zum Mittelstreifen. Dann ganz hinüber. 2 Minuten Fußweg und ich bin in La Paloma.
!Hola, Cata! besos. Mate? Ja, gerne! Es ist 12.00 Uhr.