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Donnerstag, 28. März 2013

Mütterabend und Frohe Ostern!

Am Mittwoch, dem letzten Tag vor dem langen Osterwochenende war in La Paloma die "Reunión de las Madres". Der Elternabend, aber eigentlich eben nur "Mütterabend". Und der "Mütterabend" fand nachmittags statt. Von den 17 Familien sind am Ende, nach einigen Zuspätkommern 11 vertreten. Es ist nicht sehr viel, aber trotzdem sehr gut. 
Zu Beginn sitzen wir alle in einem Kreis und Carlos erzählt etwas zur Arbeitsweise in La Paloma. Die Kinder sollen hier die educación popular erleben. Das ist nicht das Gleiche wie die Bildung in der Schule. In der Schule lerne man mit dem Kopf, aber man müsse auch mit dem Herzen lernen. Dazu machen wir eine Übung, wir drehen uns alle nach rechts und sollen dem Vordermann den Rücken massieren, danach drehen wir uns nach links. Und dann sollen wir den Vordermann vom Vordermann massieren. Und zum Schluss uns auf den Schoß des Hintermannes setzen. Im Kreis sitzen wir da also so, als plötzlich Irena* kommt. Die Mutter eines Jungen aus La Paloma. Als sie die Situation erkennt eilt sie schnell herbei, schiebt sich dazwischen unter lautem Gelächter schaffen wir es, sie zu integrieren. 
Und dann: Vorbei mit dem Spaß, es werden generelle Informationen weitergegeben, die Mütter werden zur Mitarbeit eingeladen. Die educadores erzählen, was sie mit den einzelnen Gruppen vorhaben. Die Mütter geben Anregungen, teilen Sorgen mit.
 Am Ende bekommen alle einen Schokololli, den Gise und ich mit den Angelitos gemacht haben. Wir wünschen uns frohe Ostern und gehen in das 6-Tage-lange Wochenende.
eine Bastelarbeit im salón der Angelitos: "Frohe Ostern"
 
Frohe Ostern wünsche ich Euch!

*einige Namen habe ich aufgrund von Persönlichkeitsrechten geändert

Mittwoch, 27. März 2013

Wahl 2013

Heute, am Montag, den 25. März war es so weit: Die beiden Gruppen aus dem Tageszentrum von La Paloma wählten den Namen für die Gruppe, den diese bis zum Ende des Jahres führen wird. Die Leones und die Diabolitos gibt es nicht mehr. Neue Kinder sind dazu gekommen, andere haben die Gruppe gewechselt, sind älter geworden. Letzte Woche schon haben wir den Kindern erzählt, weswegen der 24. März ein Feiertag ist. Am 24. März 1976 begann durch einen Putsch die Militärdiktatur, in der tausende von Menschen verschwanden - die desaparecidos. Die Kinder sollen lernen wie wichtig es ist, dass sie wählen gehen. Und das sie eine Verantwortung gegenüber diesen Verschwundenen haben. Die Wahlkabine ist der salón, in dem sonst gearbeitet wird, die Urnen stehen im Flur.
Während der merienda wird das Ergebnis verkündet: Die Kleinsten Palomeros nennen sich von nun an: Los Angelitos - die Engelchen.
Links oben: "Frohe Ostern", Links unten: Die Wahlplakate für den Namen der Gruppe: "Die Schlümpfe, die Engelchen und die Violetas (Disneyfigur)", Rechts oben: Eine Anspielung auf die Kopftücher der Mütter auf der Plaza de Mayo und die Friedenstaube


Ein Bild von der diesjährigen marcha zur Plaza de Mayo findest du hier.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Auch hier wächst die Nation!

Aquí tambien la nacion crece - diese Schilder findet man im ganzen Land
Es ist mein letzter ganzer Tag in San Rafael, in Mendoza. Morgen Abend werde ich wieder zurück nach Hause fahren. An diesem letzten Tag will ich mit einem Argentinier, den ich hier im Hostel kennen gelernt habe - Diego, zur Laguna del Diamante. Eine Exkursion dahin mit einer Touristenagentur: fast 900 Pesos - und durchgeführt wird sie sowieso nicht - nicht genügend Interessenten. Aber Diego hat ein Auto und so machen wir uns auf eigene Faust auf den Weg. Vorher noch einmal tanken und heißes Wasser in die Thermoskanne für den Mate auffüllen - und ab gehts. Bald sind wir dann - so glauben wir jedenfalls - auf der Ruta 101 nach Norden. Eine Stunde lang fahren wir über diese Schotterpiste mitten durch die Pampa. Ab und zu kommen wir an ein paar Kühen und Pferden vorbei. Am Horizont sehen wir die Anden. Irreal scheint das alles. Wir kommen ans Ende der Ruta, eine Kreuzung im Nichts. Die nächsten kleineren Orte werden ausgeschildert, alle mindestens 60km weg. Und wir stellen fest, wir sind falsch gefahren, nicht in den Norden, sondern in den Süden. Am Horizont kommt ein Unwetter auf und wir entscheiden, dem Auto die Straße zur Laguna doch lieber nicht zuzumuten. Schließlich haben wir keinen 4-Rad-Antrieb. Wir kehren um, wollen durch den Cañon del Atuel und durch das Valle Grande zurück nach San Rafael fahren. Aber vorher fällt mein Blick noch einmal auf das Plakat, das mitten im Nichts steht: Aquí tambien la nación crece. - Auch hier wächst die Nation. Ein kleiner Gruß von Cristina in die Pampa.

Sonntag, 27. Januar 2013

Halbzeit

Für mich irreal, aber es ist wahr: Die Halbzeit ist herum. Kein schönes Gefühl und ich verfalle etwas in Melancholie. Jetzt gerade fängt erst alles an, sich so wundervoll normal anzufühlen: ein Alltag, so weit es nach 6 Monaten in einem fremden Land eben möglich ist - Doch das fremde Land ist eben immer weniger fremd, fühlt sich immer normaler an, weil die Erinnerung an Deutschland nicht verschwindet, aber verblasst, irgendwo ganz hinten im Kopf gespeichert und abgelegt. Die Realität und das Leben in der Heimat sind hier vor Ort einfach nicht mehr präsent und eben momentan eine Erinnerung. Ein Gefühl der Zugehörigkeit, dass man braucht und zu schätzen lernt, auf das ich aber auch nicht alles bauen kann.

Dienstag, 8. Januar 2013

¡Feliz año nuevo!

Viel passiert ist in den letzten 2 Wochen und das moechte ich am liebsten auf der Stelle alles in meinem Blog loswerden. Das dachte ich gestern Morgen und wollte gleich loslegen. Das Problem: Der Rooter unter dem Bett meiner Mitbewohnerin zeigt an: "No Signal" - Kein Signal. Tja. Mal wieder ohne Internet, kenne ich ja schon.
Das heisst fuer mich: erst einmal einen Termin mit dem Internetanbieter ausmachen, wann denn mal jemand vorbei kommen kann, um sich die Sache anzusehen...
Und das heisst fuer euch: Darauf hoffen, dass sich fuer mich in La Paloma die Gelegenheit bietet, mal etwas in den Blog zu stellen. Hier ein kleiner Ausblick, auf das, was kommen wird:  Ihr werdet mit mir Montevideo auf dem Fahrrad und Córdoba und ihre "Route 66" (Ruta 66) zu Fuss erkunden. Ich erzaehle euch von Ka, welche die Nacht vom Heiligen Abend mit Tincho (13 Jahre) im Krankenhaus verbrachte und vom Weihnachten auf argentinisch - mit Feuerwerk und Anstossen zu Mitternacht inklusive.
Und das so bald wie moeglich! Versprochen.

Sonntag, 16. Dezember 2012

Danke Susi!

Susana geht in Rente. Kaum vorstellbar. Und wir feiern, wir feiern Susi und das, was sie in den letzten 25 Jahren für La Paloma getan hat. Sie hat La Paloma aufgebaut, war 25 Jahre lang die Seele von diesem Ort und wird es bleiben, wird es immer bleiben.
Eine große Überraschungsparty wird veranstaltet, in La Paloma versteht sich. Wir essen Empanadas, Pizza, Torte, belegte Brötchen. Es wird über alte Zeiten gesprochen und wir tanzen: cumbia und Folklore.
Im comedor von La Paloma haben wir Susi gefeiert

Freitag, 7. Dezember 2012

Kino in Bewegung

- Cine en Movimiento wird 10 Jahre alt.
Seit 10 Jahren werden gemeinsam mit den Jugendlichen aus verschiedenen Projekten aus ganz Buenos Aires Filmprojekte gemacht. Die jóvenes zeigen ihr Leben, so wie sie es sehen: am Freitag dem 7. Dezember gibt es ein großes festival in La 
Paloma.
Hier ist ein etwa 4 minütiger kleiner Film von Cine en Movimiento...(Spanischkenntnisse nicht von Nöten):




Montag, 5. November 2012

Sein oder nicht sein - Was ist meine Frage?

Der patio ist voll mit Tischen, Ständen mit selbstgemachten Bilderrahmen, Notizblöcken und Schmuck aus Zeitungspapier. Selbstgemachte Marmelade, Mützen, Seife. Selbstgemachte cajones, selbstgemachter Glasschmuck und Fotos aus der selbstgebastelten Kamera. Und aufgeführt wird ein selbstgeschriebener Rap. Alles von den jóvenes der Tageszentren:
Der comedor von La Paloma: alles ist vorbereitet für 1 1/2 h direkte Demokratie
Ein Zusammentreffen von 7 Projekten aus dem Großraum Buenos Aires in La Paloma. Arcángel Gabriel, Florencio Varela, El Sembrador, Baradero, Casa San Pablo, La Paloma. Die Jugendlichen aus den Projekten haben Fragen an die Provinzregierung Buenos Aires. Die können sie heute, am 2. November, stellen, 4 Funktionäre der Regierung nehmen sich Zeit für sie. Die jóvenes stellen ihre Fragen, wochenlang vorbereitet. Und die Funktionäre geben lange Antworten. Alle reden viel, 1 1/2 h lang. Aber niemand sagt etwas. Denn eigentlich trauen sich die einen nicht und die anderen wissen, dass sie nicht müssen. Oder sie sehen nicht.
Es scheint so verlockend leicht für mich, darüber zu urteilen.

Montag, 29. Oktober 2012

Straßenfußball: El fútbol callejero

Heute möchte ich euch von einem Wettbewerb ohne Sieger und Verlierer erzählen, von Mosquitos und einer eingeworfener Fensterscheibe. Klick: hier.
Wer nur was zum anschauen möchte, einen Klick hier. 
Und sonst so? Alles läuft gut und ich bin glücklich.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Im Hotel von Transilvanien

Eve und ich fordern die Vorstellungskraft der chiquis heraus. Denn morgen macht das Centro de Día einen Ausflug ins Kino. Der Film, der angeschaut wird: Hotel Transilvania. Die Kinder bekommen Bilder von den Charakteren und sollen ihnen Objekte zuordnen. Zu wem passen der Schnuller und die Windel? Wer wird wohl Geburtstag haben? Wer hat einen Rucksack? Und wer ist Sänger, braucht also das Mikrofon? Die chiquis schneiden und kleben eifrig ihre Vorstellungen zusammen. Dabei wird gelacht. Der Werwolf die Windel? Oder doch eher Mavis? Und die Geburtstagstorte? Vielleicht Dracula?
Im Kinosaal von liks nach rechts: Mayra, Cande, Mica, Nico
Zum Film kommen wir fast zu spät. Zum Glück wurden die Tickets bereits gekauft - bezuschusst. Gerade noch rechtzeitig betreten wir den Kinosaal. Die chiquis sind aufgeregt und es dauert eine Weile bis sie alle in den richtigen Kinoreihen sitzen. Einigen Besuchern dauert das zu lange: "Was für ein Chaos, wir setzen uns woanders hin!" Schade aber auch. Irgendwann während des Filmes kriegen sie einen Lolli und zum Schluss sind alle ganz begeistert von Mavis, die ihren 118. Geburtstag feiert und von Johnny, der sich in sie verliebt, vom Werwolf mit den 40 Kindern, von Frankenstein und von der singenden Mumie. Und ganz bestimmt auch von Dracula, der so ein wundervoll liebender Vater für Mavis ist.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Der Siebzehnte Oktober

Hier in Argentinien, gibt es die Argentinier und die illegalen Immigranten aus Paraguay. Oder auch verschleppte Frauen aus Bolivien. Und hier gibt es Pesos. Als ich ankam in Argentinien lag der Wechselkurs für 1 Euro bei 5,80$. Jetzt bei 6,16$. Die Bankautomaten sind oft einfach leer. Und die Schulen, an denen die Argentinier eine wirklich gute Bildung erhalten, das sind Privatschulen. An den staatlichen Schulen fällt manchmal der Unterricht aus, weil keiner Lust hat. Die Schüler nicht und die Lehrer nicht. Das Projekt von meinen Mitbewohnerinnen ist seit Montag geschlossen. Es gibt kein Geld mehr von der Regierung, weil es nicht unter der "Kirchnerflagge" läuft. In Argentinien kommen wir nach dem Feiern erst wieder nach Hause, wenn es hell wird und das Geld trage ich ab 50$ aufwärts sowieso im BH. Und wenn was passiert? Nicht wenige Argentinier meinten zu uns, sie würden die Polizei nicht rufen. „Die könnten ja mit drinnen stecken, so wie die Drogenfahnder Kohle haben.“ Und die argentinische Regierung, die möchte das Grundgesetz ändern, damit sie wieder gewählt werden kann. 

Ach und heute ist übrigens der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut. Was das jetzt genau heißt? Das weiß ich nicht.

Samstag, 13. Oktober 2012

34h-Trip und Tecnópolis

Es sind viele Dinge passiert hier bei mir in den letzten Wochen...
Für die Menschen mit Reisefieber, ein Klick hier.
Und für alle, die ein bisschen mehr von einem Park lesen wollen, in dem es um die Bildung des Volkes geht: um Gokartfahren mit dem Innenministerium, um vom Kinderkanal des Staatsfernsehens betreute Spielplätze, ein Klick hier.

Freitag, 28. September 2012

Eilmeldung

Seit einer Woche sind wir nun in unserer Wohnung in Moròn. Wir haben inzwischen auch die Einrichtung zusammen. Vom Sparschaeler bis hin zum Kuehlschrank sind wir bestens ausgestattet. Was fehlt sind Esstisch, Stuehle und - Internet.
Die Frage bei den Nachbarn: “Koennen wir Ihr Internet mitbenutzen? Fuer ein paar selbst gebackene Kekse und der Beteiligung an den Kosten?”
Vergeblich. Das heisst: Wir werden selber welches beantragen. Im argentinischen Tempo versteht sich. Bis dahin werde ich versuchen bei Gelegenheit das Internet woanders zu nutzen. Soweit es geht: In der Casita La Paloma, im Internet-Cafe, in der
IERP (wo ich jetzt gerade bin) oder an anderen interessanten Orten...

Mittwoch, 19. September 2012

Endlich


Es ist 6 Uhr. Ich komme von der Arbeit nach Hause. Schon etwas früher als sonst, weil die reunión etwas entspannter lief. Ich betrete die Küche und meine Gastschwester grinst mich an. Beso zur Begrüßung und sie sagt: „Es gibt gute Neuigkeiten!“ In mir steigt etwas Vorfreude auf. Ab ins Wohnzimmer: Da sitzen meine beiden Mitbewohnerinnen mit meinem Gastvater. Resa hält ihre Hand hoch und klimpert mit Schlüsseln in ihrer Hand, erwartungsvolle lachende Gesichter schauen mich an und von mir kommt ein stummer Schrei. „Du kannst auch ruhig laut schreien, haben wir auch gemacht.“ 
Mein Gastvater telefoniert. Keine Auskunft. Die Verwalterin könne aber weiterhelfen. Wir warten noch ein paar Minuten. Und dann por fin: Samstag müssen wir unsere so liebe Gastfamilie verlassen. Die wunderschöne Zeit hier ist vorbei: Wir können in unsere Wohnung.

Dienstag, 11. September 2012

Ein Tag für die Lehrer


Einige Schulbücher meiner Gastschwestern
Meine Gastschwestern müssen heute nicht in die Schule. Meine Gastmutter – eine Lehrerin – muss nicht in die Schule. Von Kollegen und Schülern hat sie kleine Geschenke bekommen, gestern schon. Und ich, ich muss heute auch nicht arbeiten. Heute ist der Dia del Maestro – Der Tag des Lehrers. In La Paloma, der Dia del „educador“.
Ich arbeite erst seit  2 Wochen in der casita. Mit dem castellano hapert es noch. Die chiquis nehmen mich noch nicht ganz für voll. So richtig nützlich fühle ich mich noch nicht.
Doch eines kann ich sagen: Ich bin glücklich. La Paloma macht mir jeden Tag gute Laune.
Ich feiere den Dia del „educador“!